Meine persönliche Geschichte

Bereits als Kind habe ich mein Herz an die Pferde verschenkt. Tatsächlich kann ich mich noch heute an einen Stuhlkreis in der Grundschule erinnern, in dem jeder Schüler nennen musste, was er einmal werden wollte. Als ich bereits damals den Wunsch äusserte ein mal „Reitlehrerin“ zu werden, klärte mich die Klassenlehrerin schon früh darüber auf wieviel Arbeit Pferde machen würden und was für ein anstrengender Job meine Auswahl sein würde.

Wie viel die Arbeit mit Pferden mich lehren würde, zu meiner persönlichen Entwicklung beitragen würde und was für ein wunderbarer Dank es ist, wenn man Pferd und Mensch helfen kann, Schritte auf einander zu zugehen und Harmonie herzustellen, erwähnte sie damals nicht.

Wenn als unreitbar geltende Pferde sich erneut so verschenken, dass sie ohne Leine folgen und sich gebisslos von jungen Erwachsenen reiten lassen, ist das das schönste Feedback, was man ernten kann.

Zurück zur Geschichte: mehrmals die Woche plagte ich als 5 Jährige meine Mutter mit hysterischem Geheule, wenn unser Hundespaziergang den örtlichen Pferdestall kreuzte. Dieses Ritual hielt ich durch, bis die Besitzerin des Hofes meine Mutter ansprach und ich daraufhin das Pony Sunshine, kurz Sunny, reiten durfte. Mit meiner Wald- und Wiesenreiterei kam ich sehr gut durchs Leben, solange bis ich ein Teenager war und langsam das Interesse verlor. Zwischenzeitlich hatte ich sogar meine Mutter mit dem Reitfieber angesteckt und sie hatte sich bereits ein eigenes Pferd gekauft. Als dieses dann leider verstarb, entschied sie sich für eine damals 6 jährige Appaloosa Stute.

Sehr schnell wurde klar, dass sie nicht nur ein Pferd, sondern aus Versehen 2 in 1 gekauft hatte.

Kurze Zeit später war er da, der kleine Hengst namens Syrano. Er war zuckersüss und früh sehr auf uns bezogen. Allerdings war er auch frech, eigenwillig und dominant.

Ich hingegen war gerade 18 und völlig ahnungslos hinsichtlich Pferdeausbildung. Also holte ich mir einen Profi an die Seite. Nach nur wenigen Monaten wurde mir, klar, dass ich die Zusammenarbeit wieder einstellen möchte. Mein Pferd stürzte im Training und warf mich und die Trainerin ab, rempelte mich um , stieg beim Spazieren gehen und machte mir immer wieder Angst.

Als 18 jährige fiel es mir sehr schwer meine Bedenken und meine Entscheidung einer gestandenen und erfahrenen Trainerin mitzuteilen.

Heute weiss ich, dass das nicht hätte passieren müssen und dass man Pferde mit der richtigen Vorbereitung komplett ohne Zwischenfälle einreiten kann.

Nachdem ich die Zusammenarbeit beendet hatte , stand ich da und wusste nicht mehr weiter. Eine weitere Dauerausbildung konnte ich mir nicht leisten und die bezahlbare Trainerin erwiess sich als nicht passend. Also ersteigerte ich mir die DVD „die 7 Spiele“ und so begann alles. Ich lernte einen Schritt nach dem anderen , filmte sogar meine ersten Auditions, also Levelabnahmen, holte mir Rat bei lizenzierten Instruktoren, besuchte einige von ihnen wochenlang am Stück mit meinem Pferd, belegte Kurse, kurz gesagt „ich zog alles auf was nur ging und der Geldbeutel hergab“. (mehr dazu unter Referenzen)

2016 reiste ich dann nach Florida und besuchte Pat Parelli persönlich, um zu lernen wie man junge Pferde startet.

In mir hatte sich der starke Wunsch entwickelt ebenfalls lizenzierte Parelli Instruktorin zu werden. Die Vorstellung anderen Leuten mit dem Programm und know-how weiterhelfen zu können, was meine eigene Pferde-Mensch-Beziehung rettete, war für mich einfach das Größte. Und so blieb ich dran , klar mit Höhen und Tiefen, aber ich blieb dran. In 2019 schloss ich endlich mein Level 4 ab und machte mich kurz danach auf, um drei Monate auf Pat Parellis Campus in Colorado zu studieren und jeden einzelnen Tag von ihm zu lernen. 

Ich kehrte zurück als 1* Parelli Professional! 

Heutzutage ist mit meinem Pferd problemlos alles möglich, er begleitet mich an jeden Kurs, bringt mich durch jede Prüfung und lernt mir permanent Neues. Kurz um: er ist perfekt und ich danke ihm von Herzen für die Reise, auf die er ich mitgenommen hat.

Größter Dank gilt auch meiner Mama, die mich bei den Kursen unterstützte, meine Launen aushielt und unsere Pferde versorgte, während ich unterwegs war.